Das bin ich,
Mein Name ist Paul. Ich male und zeichne bereits mein Leben lang. Für mich ist Kunst ein Ventil und eine eigene Sprache – der ehrlichste Weg, das auszudrücken, was sich oft nicht in Worte fassen lässt.
Im November 2023 erlitt ich einen Herzkreislaufstillstand. Dieses Erlebnis hat mein Leben grundlegend verändert und mich gezwungen, mich zu fragen, was mir wirklich wichtig ist. Seitdem fließt diese neue Klarheit direkt in meine Arbeit ein.
Meine Kunst ist nicht perfekt – und genau das möchte ich zeigen. Jeder Pinselstrich und jede Linie gehört zum Bild, so wie Brüche und Spuren zum Leben gehören. Man kann nicht alles ausradieren. Gerade diese Unvollkommenheit macht uns und meine Bilder aus.
Ich male direkt in meiner Wohnung. Ohne separates Atelier vermischt sich der Schaffensprozess mit meinem Alltag – Leinwände stehen zwischen Alltagsgegenständen, Leben und Malen gehen ineinander über.
Neben der Kunst beschäftige ich mich intensiv mit Philosophie und der Suche nach Lebenssinn. Ich habe meinen eigenen Sinn zwischen Farbe, Büchern und dem echten Leben gefunden.
Just art, pure art – ehrlich, intensiv und ohne Umwege.
Ich lade dich ein, in meine Bilder einzutauchen. Vielleicht erkennst du darin auch ein Stück deiner eigenen Geschichte.
Ismaning, 2026
„Tat tvam asi“ - Das bist du!
Chandogya-Upanishad (6.8.7)


Selbstportrait
Dieses Selbstporträt von 2022 entstand durch eine ungewöhnliche Geste: Ich trug Farbe auf meinen Körper auf und ließ mich ohne überlegen mit Schwung auf die schwarze Leinwand nieder. Der sanfte Abdruck meiner Sitzfläche bildet das Herzstück – zwei weiche, natürliche Formen in zarten Pastelltönen, die sich harmonisch in die Dunkelheit einfügen.
Um sie herum tanzen feine Farblinien, Spritzer und Handspuren – wie ein leiser Nachhall von Bewegung und Berührung. Ein intimes, spielerisches Werk, das die Grenzen zwischen Körper und Kunst aufhebt, ohne ein Wort zu sagen.
In diesem Akt spiegelt sich eine stille Meditation über Präsenz: Der Körper, der sonst nur trägt, wird hier zum Träger von Bedeutung. Was bleibt, ist nicht das Gesicht, nicht die Geste des Schauens, sondern die Stelle, die wir verbergen – und doch die, auf der wir ruhen. So wird die Leinwand zur Frage: Wo beginnt das Ich, wenn es sich nicht mehr im Spiegel sucht, sondern im Abdruck dessen, was es nie ganz kontrollieren kann?
Die Zeit läßt sich nur durch das absolute Erleben des Moments aufheben, in der vollkommenen Abwendung von allen Reizen des Augenblicks. Dann verwirklichst du die ewige Gegenwart, die nur ein Gefühl der ewigen Gegenwart der Dinge ist. Kümmere dich nicht um Zeit, um Werden und um nichts. Die ewige Gegenwart ist Dasein, weil die Existenz nur durch das volle Erleben der ewigen Gegenwart an Evidenz gewinnt. - E. M. Cioran